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Lebende Bücher - movables - libri animati - livres animés
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Als Künstler von internationalem Rang gilt Lothar Meggendorfer (1847 - 1925), der die Gabe besaß, skurrile Situationen in humorvoller und hintergründiger Weise zeichnerisch darzustellen und zunächst als gefragter Illustrator für die Fliegenden Blätter und die Münchener Bilderbogen tätig war. 1878 entwirft er als Weihnachsgeschenk für seinen Sohn sein erstes bewegliches Buch, das den bezeichnenden Titel Lebende Bilder trägt. Die Illustrationen Meggendorfers werden lebendig: durch das Ziehen einer Lasche ergibt sich ein Bildablauf, der das Geschehen einem Trickfilm ähnlich einfängt.
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Die Veröffentlichung war ein enormer Erfolg, dem ca 70 weitere bewegliche Bücher aller Art folgen. Dazu zählen Verwandlungsbücher, Leporellos, Panorama- und Jalousienbücher. Mit ausgeklügelten Bewegungsmechanismen belebt Meggendorfer seine witzigen Illustrationen. Neuartig für seine Zeit verwendet er hierfür Metallnieten und dünnen Kupferdraht, sodaß die damit verbundenen Elemente wie von einer unsichtbaren Hand gleichzeitig und in verschiedene Richtungen bewegt werden können. Bücher wie der Internationale Zirkus und das Puppenhaus erlangen weltweite Bekanntheit und begründen den Ruf der 'Deutschen Ära' in der Geschichte der Lebenden Bücher.
Meggendorfer ist wohl einer der einflußreichsten Wegbereiter des modernen Lebenden Buches. Viele der zeitgenössischen Buchkünstler sehen sich in seiner Tradition und die MBS Movable Book Society in den Vereinigten Staaten zeichnet moderne Schöpfungen lebender Bücher mit dem Meggendorfer Prize aus. Die Beliebtheit seiner Werke besonders in den angelsächsischen Ländern zeigt sich in hohen Preisen für antiquarische Ausgaben und viele seiner Titel sind auch heute noch als Nachdrucke erhältlich.
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